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Die clevere Alternative zu Work and Travel Organisationen
Auslandsaufenthalte in Australien, Neuseeland, Asien
Pressenachrichten
SKUNK Das Jugendmagazin für Mitteldeutschland
Februarausgabe 2010
Unterwegs als Backpacker
Reisen und Arbeiten in Australien
Urlaub im tropischen Regenwald, Surfen an endlosen Stränden , per Jeep durchs trockene Outback, pulsierendes Leben in Millionenstädten. Kaum ein anderes Land der Welt bietet dem Reisenden mehr Vielfalt als Australien. Und damit ihr euch ausreichend Zeit nehmen könnt das Land zu erkunden, füllt ihr eure Reisekasse unterwegs immerwieder durch Gelegenheitsjobs auf. Was Australien bietet und mit welchen Jobs ihr rechnen könnt, hat SKUNK für euch recherchiert.
Von Frankfurt oder München startend, erreicht man Australiens Metropolen nach einem endlos scheinenden strapaziösen Flug. Die Reise beginnt für viele dort, wo schon James Cook 1770 als erster Europäer landete - in Sydneys Botany Bay. Voraussetzung für die Einreise ist das sogenannte Working Holiday Visum, womit man die Erlaubnis erhält jeden beliebigen Job anzunehmen, den man findet. Maximale Aufenthaltsdauer in Down Under - 12 Monate.
Den Einreisestempel im Reisepass, geht es mit dem Taxi ins Hostel. Eine Nacht im Mehrbettzimmer kostet um die 10 Euro. Verbunden mit der Jobsuche vor Ort solltet ihr euch zu allererst eine Steuernummer besorgen, ein Konto eröffnen und eine australische Handynummer freischalten. Schnell realisiert man, dass es in Sydney von Backpackern wimmelt und das Land bestens auf "Working Holiday Maker" vorbereitet ist. Die genannten Behördengänge sind schnell erledigt.
Nach nur 2 Stunden hat man seine Handynummer, nach 3 Tagen ein Konto. Die Steuernummer dauert circa 3 Wochen. Bis alles vorhanden ist, kann man sich die Zeit prima mit Sightseeing vertreiben. Sydney bietet dafür mehr als genug Möglichkeiten. Bei einer Rundfahrt durch den weltberühmten Hafen erwartet euch ein atemberaubender Blick auf Harbourbridge und Oper. Den schönsten Strand Sydneys - den Bondi Beach - erreicht man am besten mit der Fähre. Eine Überfahrt vom Circular Quay kostet circa 7 Euro, Hafenrundfahrt inklusive! Einen ersten Eindruck von Australiens einzigartiger Tierwelt bekommt ihr im Sydney Aquarium. Mehr als 12.000 Tiere warten auf den Besucher - darunter Seekühe, Haie, Riesenschildkröten, Seepferchen u.v.m.
Lohnenswert, wenn auch nicht ganz billig, ist der Bridgeclimb. Für umgerechnet etwa 120 Euro könnt ihr, gesichert mit Gurt und Helm, bis in die Spitze der Harbourbridge klettern und einen grandiosen Ausblick auf Hafen, Oper und Sydneys Stadtzentrum einfangen.
Sind die ersten Ersparnisse verbraucht, sollte man sich raus aus der Stadt und auf den Weg aufs Land machen. Kaum ein Obst oder Gemüse, was nicht irgendwo in Australien wächst und angebaut wird. Entsprechend groß ist der Bedarf an Saisonarbeitern und Helfern in der Erntezeit. So könnt ihr z.B. in der Gegend um Bundaberg in Queensland (Australiens Ostküste) beim Pflücken von Weintrauben, Mangos, Tomaten oder Zucchinis helfen. Weiter nördlich der Ostküste entlang in Innisfail oder Tully warten Bananen auf fleißige Hände gepflückt zu werden. Einige Jobs sind pro Stunde bezahlt, bei einigen Farmern berechnet sich euer Lohn je nach gepflückter Menge. Realistisch ist eine monatliche Vergütung von 500 bis 1.500 Euro.
Neben den reichlich Obst- und Gemüsefarmen, gilt der Sonnenstaat Queensland als touristisch erschlossenste Gegend in Australien. Nicht zuletzt das Great Barrier Reef zieht jedes Jahr Tausende Touristen an. Von Cairns aus könnt ihr Tagestouren aufs Riff buchen. Nach einer 2 bis 3 stündigen Bootsfahrt geht es ausgestattet mit Schnorchel und Schwimmflossen auf die Suche nach bunten Korallen, Fischen und Schildkröten. Wer sich die Füße nicht nass machen möchte, kann eine ähnliche Tour auch mit dem Glasbodenboot unternehmen.
Ein weiteres Must-See entlang der Ostküste sind die paradiesischen Whitsunday Islands bzw. die weltgrößte Sandinsel Fraser Island, welche ihr von Hervey Bay oder Rainbow Beach mit der Fähre erreicht. Achtung: Nur Allradgetriebene Fahrzeuge erhalten die Erlaubnis die Insel zu befahren. Grenzenloser Spaß ist garantiert! Wo sonst könnt ihr über 120 Kilometer direkt am Strand fahren und hinter den Dünen zelten? Im Inneren von Fraser Island erwartet euch ein glasklarer Süßwassersee.
Verlasst ihr den Küstenstreifen in Richtung Zentralaustralien, so stehen euch nicht allzuviele Wege zur Auswahl. Denn je weiter ihr ins Landesinnere vordringt, umso dünner besiedelt wird das Land. Oft gibt es nur eine einzige asphaltierte Straße, die Dörfer und Kleinstädte über Tausende von Kilometern miteinander verbindet. Hier solltet ihr an jeder Tankstelle am Weg euer Auto oder euren Campervan unbedingt volltanken. Die nächste Möglichkeit dazu könnte erst 400 km später kommen und schon zu spät sein…
Eine beliebte Route von Cairns in Richtung Westen führt zunächst zum Stuart Highway, welcher etwa auf der Hälfte des Landes von Nord nach Süd verläuft. Dieser Highway ist die einzige Verbindung zwischen Darwin im Norden und Adelaide im Süden und führt euch nach Alice Springs und zum Ayers Rock. Entscheidet ihr euch stattdessen weiter in Richtung Westen zu fahren, so erreicht ihr den Indischen Ozean in Westaustralien.
Westaustralien gilt noch immer als Geheimtipp abseits der überlaufenen Ostküste und der vielen Touristen, wenngleich es auch hier zunehmend "voller" wird. Auch an der Westküste reißt die Vielfältigkeit des Landes nicht ab! Schließt euch am Cable Beach in Broome unbedingt einer Kamelreittour im Sonnenuntergang an. Ja, ihr habt richtig gelesen! Australien ist zwar besser bekannt für seine hüpfenden Kängurus und knuffigen Koalas, jedoch leben im Outback auch mehr als eine Million Kamele. Sie sind Nachfahren der vor 150 Jahren aus Arabien eingeführten Lasttiere.
Muschelsucher kommen am Shell Beach auf ihre Kosten. Ein kilometerlanger Strand mit einer bis zu 10 Meter dicken Schicht voller Herzmuscheln. Sehenswert, nicht nur für Verliebte. Macht anschließend noch einen Abstecher nach Monkey Mia, gleich um die Ecke. Im dortigen Dolphin Resort sind die wild im Meer lebenden Delfine so zutraulich, dass ihr ihnen die Hände schütteln könnt. Oder die Flossen natürlich...
Prinzipiell kann jeder sein Work and Travel Jahr in Eigenregie organisieren, jedoch sollte man dafür genügend Zeit für die Informationsbeschaffung via Internet, Behördengänge und Preisrecherchen einplanen. Wer bei Vorbereitung und Organisation Unterstützung braucht, kann sich z.B. an die Dresdner Agentur OZ Xperience (www.ozXperience.de) wenden.
Frizz Stadtmagazin
Oktoberausgabe 2009
Von Axel Nörkau
Ab nach Down Under?
Workshop Work & Travel in Australien
Bei uns kommt der Herbst, in Australien startet gerade der Frühling. Wer sich zum Arbeiten nicht zu schade ist und den imposanten
Kontinent am anderen Ende der Welt bald abseits der Touristenperspektive erleben will, für den dürfte "Work & Travel" interessant sein.
Jobben, Reisen und Feiern kommen hierbei in Einklang - wenn man einige Regeln beachtet. Die Agentur OZ Xperience bietet für Neugierige jetzt
einen Workshop an, bei dem Fragen zu Themen wie Jobs, Versicherungen, Steuern, Autokauf etc. von Profis beantwortet werden. Der
nächste Termin ist der 24./25. Oktober, die Kosten betragen 99 Euro inkl. Arbeitsmaterial und Verpflegung. Einen ersten groben Überblick
kann man sich (gratis) bereits am 10. Oktober, 15 Uhr, im KULI Lernzentrum auf der Weißeritzstraße 42 verschaffen.
ozXperience.de | FRIZZ verlost einen Freiplatz beim Workshop - siehe Schnäppchenmarkt
MDR 1 Radio Sachsen
18. Mai 2009
Von Uta Stamm
Teaser: Junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren erhalten in Australien eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis von bis zu zwölf Monaten. Sie arbeiten vor allem als Obstpflücker, Kellner oder Hilfsarbeiter,
um ihre Urlaubskasse direkt vor Ort aufzufüllen. Auch viele Deutsche nutzen die Gelegenheit:
Knapp 16.000 fliegen pro Jahr nach "Down Under". Organisiert werden diese Aufenthalte von verschiedenen Agenturen,
wie Travelworks oder EF, meist im Komplettpaket inkl. Flug für ca. 1400 und 1800 Euro. Eine indivduelle Betreuung
fehlt bei den großen Anbietern allerdings oft. Eine Marktlücke, die der Dresdner Nils Emmrich entdeckt hat.
Bei seinem Workshop "Ready for Oz" gibt er Tipps, wie sich das Abenteuer Australien verschönern lässt.
Was man beim Workshop "Ready for Oz" noch alles erfahren kann, dazu mehr in wenigen Minuten.
Anmoderation Beitrag: Arbeiten, Geld verdienen, reisen, Geld wieder ausgeben - auf Englisch heißt das Ganze Work-and-Travel. Im Ausland arbeiten heißt aber auch:
Richtig gemeldet sein, richtig versichert sein, das richtige Konto haben... Einer, der sich mit sämtlichen Work-and-Travel-Hürden auskennt, ist Nils Emmrich.
Der junge Dresdner hat selbst eine Weile in Australien gearbeitet, hat Avocados gepflückt und Rinder kastriert. Nun gibt Nils seine Erfahrungen an andere weiter,
in einem Workshop mit dem Namen "Ready for Oz" - Startklar für Australien. Uta Stamm hat daran teilgenommen.
Abmoderation: Weitere Informationen zum Workshop unter www.ozxperience.de
Frizz Stadtmagazin
Märzausgabe 2009
Von Nadja Preiß
Wenn das Fernweh plagt…
In den ersten kalten Tagen dieses Jahres, das mit schlechten Nachrichten wie der von einer drohenden Wirtschaftskrise begann, packt viele die Lust, Deutschland zu verlassen, wenigstens für kurze Zeit. Alle, die weg wollen - junge Leute, die kurz vor einem Abschluss stehen und gerne noch ein Jahr Auszeit hätten oder solche, die gerne auf der Welt helfen wollen - sollten ein Jahr Work and Travel oder einen Einsatz im Ausland als Freiwilliger in Betracht ziehen. Egal, ob Work and Traveller oder Freiwilliger - man muss selbstständig werden und begegnet Problemen, mit denen man sonst nicht zu tun gehabt hätte. Gerade Australien, ein beliebtes Work and Travel-Land, hat aktuell alle Hilfe nötig, es wird dort sicher in Zukunft Projekte geben, um die durch die Brände zerstörten Waldbestände wieder aufzuforsten. Dort könnte man Work and Travel und sozialen Einsatz sogar verbinden. Für so ein Jahr im Ausland braucht es nicht viel: Man muss über 18 Jahre alt sein und neugierig auf andere Länder und andere Kulturen, natürlich sind auch Motivation und Arbeitswille wichtig. Alles andere, wie Selbstständigkeit und Weltoffenheit, erlernt man vor Ort. Im Vorfeld sollte man darüber nachdenken, ob es eine soziale Arbeit an einem festen Ort sein soll oder ob man lieber arbeiten und dabei herumreisen möchte.
Work and Travel
"Man muss lernen wie man reist, wie man mit soviel Zeit umgeht. Nur feiern reicht mir nicht." Karolin Stegemann war ein Jahr in Australien. Sie ist dort von Ort zu Ort gereist, oder besser von Job zu Job. Für Work and Travel sei Australien perfekt, meint sie. Es gibt die Partymeile an der Ostküste mit Surfers Paradise, dessen Strand seinem Namen gerecht wird, Melbourne, eine europäisch anmutende exzentrische Großstadt mit viel Musik und das Herz von Australien, das Outback, mit seiner unglaublichen Natur- und Tierwelt. Ihre Reise startete in Sydney, zwei Übernachtungen hatte die Organisation gebucht. Sie freundete sich mit einem anderen deutschen Mädchen an und die beiden beschlossen, zusammen zu reisen. Gesagt, getan: Sie reisten gemeinsam durch Australien. Das Land ist auf Work and Traveler eingestellt, es profitiert ökonomisch von den Backpackern und bietet vielfältige Jobs für sie. Gerade für Menschen mit wenig Reiseerfahrung bietet sich das Land an, denn es ist grundsätzlich recht europäisch und es ist vergleichsweise einfach, sich zurecht zu finden. Außerdem ist Australien einfach groß. Man kann ein Jahr arbeiten und reisen, ohne dass es im Geringsten langweilig wird. Bei einer sparsamen Lebensweise kann man ungefähr die Hälfte der Zeit reisen und die Hälfte arbeiten. Es gibt Working Hostels, an deren schwarzen Brettern Arbeitsangebote hängen, mehrere Zeitungen für Backpacker mit Jobangeboten und es ist auch üblich, vor Ort einfach nach Arbeit zu fragen. Die Working Hostels bieten zu erschwinglichen Preisen Unterkünfte an, von dort aus wird man morgens mit Bussen oder Lastwagen zur Arbeit gefahren und abends auch wieder abgeholt. Jobs gibt es in allen denkbaren Bereichen. Das "Food Packing" ist einer der populärsten Jobs, es beinhaltet das Pflücken, Sortieren, Waschen und auch Ernten von Lebensmitteln. Karolin zum Beispiel hat in Bundaberg Süßkartoffeln sortiert. "Solche Jobs waren anstrengend, man starte stundenlang auf ein drehendes Rad, stand bis zu den Knöcheln im Wasser und es lief der schlimmste Radiosender der Welt." Auch Chilischoten und Maracujafrüchte hat sie gepflückt. Es gibt weiterhin Service- und Hosteljobs, man kann in Callcentern telefonieren und promoten, meist in Form von Spendensammeln. Es gibt Jobs auf Jahrmärkten, in Erotikshops und auf den Touristenbooten, dort hilft man zum Beispiel den Tauchern beim Anlegen der Ausrüstung. Auch "Wwoofing" ist typisch, das Wort ist eine Abkürzung für "willing workers on organic farms" oder "world wide opportunities on organic farms". Dazu muss man zunächst Mitglied einer Wwoof-Organisation werden, dann bekommt man Zugang zu allen ökologischen Farmen und Bauernhöfen des Ziellandes und kann dort unkompliziert in den Arbeitsprozess einsteigen. Junge Menschen sollen so feststellen, ob sie sich in der ökologischen Farmarbeit wohl fühlen. Oliver Hahn und Lysann Gründlich sind als Pärchen nach Australien gegangen. Anfangs arbeitete sie in einer Bäckerei und er als Möbelpacker, später war er auf dem Bau tätig und sie verschnitt Wein. Normalerweise arbeitet man fünf Tage die Woche, es gibt aber auch am Wochenende Jobangebote wie Auto waschen oder Bäume beschneiden. Solche willkommenen Zusatzjobs haben sie öfter angenommen. Sie sind aber auch viel herumgekommen, waren tauchen und schnorcheln, haben Delphine gefüttert oder sind einfach nur durch das Outback gefahren. Was man nachts nicht tun sollte, damit keine Unfälle mit den Kängurus passieren, denn die sind überall. Australien Tierwelt ist für einen Europäer natürlich schon von vornherein außergewöhnlich, skurrile Erlebnisse eingeschlossen. "Wir haben in Bundaberg sogar Riesenschildkröten beim Eierlegen zusehen können", erinnern sich Lysann und Oliver.
An welche Organisationen kann man sich wenden?
Oft nehmen Reisende, die ein Work and Travel Jahr absolvieren wollen, die Unterstützung einer Organisation in Anspruch. Das ist sicherer und man hat immer einen Ansprechpartner. Es ist zum Beispiel wichtig zu wissen, dass jeder Work and Traveler ein Reisebudget von mindestens 5.000 australischen Dollars (ca. 3.000 Euro) haben sollte, welches als Bedingung an das Working Holiday Visum geknüpft ist. Das ist eine strikte Vorgabe des australischen Staats und wird auch stichprobenartig kontrolliert. Die Organisationen kümmern sich um verwaltungstechnische Angelegenheiten, helfen also oft bei Visa, Versicherungen und teilweise auch dabei, einen passenden Flug zu buchen. Diese Organisationen findet man natürlich im Internet, wie travelworks.de, stepin.de oder multikultur.info. Das Angebot ist breit und auch die Preise und Leistungen sind weit gefächert. Es gibt Organisationen, bei denen mit einem Pauschalpreis gleich das ganze Paket mit Flug, Übernachtung in den ersten Tagen und Versicherung käuflich ist. Die meisten großen Organisationen bieten auch Sprachkurse an, die dann vor Ort besucht werden können. Oft wird sogar eine ausführliche Bewerbung mit Motivationsschreiben verlangt! Zunehmend gibt es aber auch Organisationen, die eher unterstützen als leiten möchten. OZ Xperience ist eine solche Organisation. Nils Emmrich, der Chef, bezeichnet sein Unternehmen als "nicht so konventionell, wir verstehen uns eher als Berater und Betreuer." Das Besondere ist, dass der Inhaber selbst fast zwei Jahre mit dem Motorrad von Europa über Asien nach Australien gefahren ist. Momentan kümmert sich OZ Xperience ausschließlich um Reisewillige aus Sachsen, das Unternehmen ist noch jung. In Deutschland werden die Teilnehmer mit einem Workshop auf das Jahr vorbereitet, dort wird gemeinsam das Visum beantragt, eine Versicherung abgeschlossen und Reiserouten und Ausrüstung werden ebenso besprochen wie die Frage, ob man sich ein Auto kaufen sollte oder nicht und wenn ja, wo und wie teuer es sein sollte. Die Teilnehmer können Fragen stellen und es werden auch Notfallsituationen durchgespielt. Was macht man zum Beispiel, wenn man im Outback eine Autopanne hat und das Handy kein Netz findet? "Die Reifen abbrennen, das qualmt richtig und ist kilometerweit sichtbar!", lautet Nils' typisch australischer Überlebenstipp. Als Anfangsziel der Tour stehen zwei Städte zur Auswahl: Sydney oder Perth. Dort wohnen sechs bis sieben Backpacker fünf Tage in einem günstigen Hostel zusammen mit einem Guide, der selbst schon in Australien gereist ist. Der steht ihnen zur Seite und gibt Hinweise zu Jobs und Jobfindung, aber auch zum Nachtleben der Städte und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Es gibt einen Ansprechpartner in Sydney, aber das Programm soll vor allem dazu da sein, dass man schnell selbstständig wird und seine Probleme selbst lösen kann. Eine Bewerbung ist ganz einfach: Jeder kann sich mit OZ Xperience in Verbindung setzen, den Flug buchen und mit ihrer Hilfe alles weitere planen. Einzige Voraussetzung ist, dass man mindestens 18 Jahre alt sein muss (wichtig für das Visum). Außerdem wären Englischkenntnisse von Vorteil. Bei Interesse kann man per Internet oder Telefon Kontakt mit OZ Experience aufnehmen.
Vorteile eines Work and Travel Jahres
"Auf dem Feld arbeiten ist cool, ‚n bisschen dreckig werden und so", meint Oliver , Lysann fügt an: "Vier Uhr mussten wir aufstehen, zur Arbeit fahren und mit Sonnenaufgang ging es los." Zwar sind die Jobs oft körperlich hart und gerade bei der Feldarbeit muss man den ganzen Tag stehen, aber "man macht sowas ja nicht so oft und wahrscheinlich auch nicht so bald wieder." Die Erfahrung richtig schwer arbeiten zu müssen, sei eine Bereicherung. "Abends saß ich mit der Kippe im Mund auf dem Laster, ließ mir den Wind um die Nase wehen, war völlig fertig und fühlte mich einfachgroßartig" sagt Karolin. Eine gewisse Leichtigkeit lernt man, die Australier sind lässiger als wir. Weit weg von Deutschland und den Freunden lernt man das richtig zu schätzen und "man kann nirgendwo solche Selbstständigkeit erlangen", sagt sie. Gerade zusammen zu reisen wie Oliver und Lysann sei gut, man hätte immer einen Rückhalt. "Probleme gab es gar nicht", beide sagen, dass vor allem die Kontakte mit anderen toll waren, sie haben viele Menschen kennengelernt und halten auch teilweise noch Verbindung mit Ihnen. Vor allem wüsste man danach, dass es so viel zu sehen gibt auf dieser Welt und man steckt sich neue und andere Ziele. Ein solches Jahr belebt ganz bestimmt Reiseträume. Aber auch hier ist, wie immer im Leben, nicht alles Gold was glänzt. Karolin erzählt von einer Woche, in der sie verzweifelt nach einem Job sucht und in einer Kirche ausgeraubt wird. Aber es gab viele nette Menschen, die ihr geholfen haben und letztendlich durfte sie in einem Hostel kostenlos wohnen, weil sie im Gegenzug dort arbeitete. Auch Lysann meint, das Arbeiten sei manchmal so anstrengend gewesen und vor allem eine Belastung für den Rücken, "aber mit regelmäßiger Rückengymnastik geht das auch." Im Großen und Ganzen seien die Erfahrungen absolut positiv gewesen und gerade die Probleme und das Lösen dieser haben alle drei in ihrer Entwicklung weiter gebracht.
Freiwilligendienst
Wenn die Interessen eher im sozialen Bereich liegen, dann ist ein Freiwilligendienst vorzuziehen. Das ist ein Einsatz für eine bestimmte Organisation in einem Land, das Hilfe oder Unterstützung benötigt. Der Freiwillige wohnt die ganze Zeit in einer Unterkunft, hat immer einen Ansprechpartner direkt dabei und viele Reisemöglichkeiten. Das Prinzip ist einfach: Es sind Programme, die darauf aufbauen, dass der Freiwillige selbst profitiert. Er sieht ein neues Land, lernt eine neue Kultur kennen und arbeitet dort. Auf der anderen Seite soll auch das Land, in dem sich der Freiwillige aufhält, von ihm profitieren können. Es soll also ein Geben und Nehmen zwischen beiden Seiten entstehen und sich zu beiderseitigem Vorteil gestalten. Claudia Schirmer hat einen solchen Dienst in Rumänien abgeleistet, sie ist ausgebildete Ergotherapeutin und hat dort in einer Gruppe mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet. Bevor sie nach Rumänien gegangen ist, hat sie bei einer Studentin Sprachunterricht genommen und dort weiter gelernt. Man lernt vor allem, mit anderen Kulturen umzugehen, meint sie. "Gerade in Rumänien sind die Standards teilweise nicht so hoch wie hier", aber sie gewöhnte sich schnell daran und lernte eine gewisse Lockerheit im Umgang mit solchen kleinen Makeln. Die Menschen dort seien großartig und offen, "vor allem das Zwischenmenschliche hat mir sehr gefallen." Als sie und eine Freundin auf einer Wandertour in einer Kirche nach einen Zeltplatz fragten, setzte der Pfarrer sie kurzerhand in sein Auto, fuhr sie zu seinem Grundstück und ließ die beiden Mädchen dort mit dem Hausschlüssel und freiem Zutritt zum Haus allein. Würde das hier jemand machen? Das einzig Negative an ihrem Aufenthalt war, dass Rumänien, was den Umgang mit Behinderten angeht, noch sehr viel nachzuholen hat. Das Arbeiten aber gestaltete sich recht entspannt und man konnte immer wieder Urlaub nehmen und zwischendurch viel reisen. Mit Zelt tourten Claudia und ihre Freundinnen im Sommer durch fast ganz Rumänien. "Es ist ein wunderschönes Land, von der Natur bis zu den Menschen". Deshalb engagiert sie sich weiterhin in der "Rumänieninitiative Dresden-Strehlen".
Wer hilft bei einem Freiwilligendienst?
Claudias Organisation war der "EVS-Roter Baum" aus Dresden, sie sind eine sogenannte "Entsendeorganisation". Das bedeutet, sie bereiten die Freiwilligen vor und unterstützen sie, erledigen alle Verwaltungsangelegenheiten und helfen bei Flug- und Versicherungssuche. Motivationsschreiben und Lebensläufe werden gegengelesen und das alles passiert möglichst schnell. "Vor allem zügiges Reagieren finde ich total wichtig", sagt Kerstin Wagner vom Roten Baum. Das Verfahren ist etwas komplizierter als bei Work and Travel-Programmen, der Bewerber braucht eine Aufnahmeorganisation und eine Entsendeorganisation, wie den Roten Baum. Aufnahmeorganisationen findet man mit ihrer Hilfe im Internet. Theoretisch kann man sich in jedem europäischen Land für jedes Projekt bewerben, allerdings wird vom Roten Baum angeraten, sich nach Osteuropa umzusehen, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit höher, einen Platz zu bekommen. Die Entsendeorganisation hält die ganze Zeit Kontakt mit den Freiwilligen und hilft bei Problemen, ansonsten ist auch vor Ort ein Mentor oder Tutor anwesend. Zur Vorbereitung gehört ein "Ausreiseseminar", das ein Wochenende dauert, dort wird der Freiwillige eingewiesen und kann seine Fragen loswerden. Für eine Bewerbung beim Roten Baum sollte man zwischen 18 und 30 Jahren alt sein und einen Lebenslauf einschicken, dann setzt sich die Organisation mit dem Bewerber in Verbindung. Natürlich sind Kandidaten mit gewisser Arbeitserfahrung von Vorteil, denn es sollte schon etwas in das Land mitgebracht werden - aber eigene Ideen und Engagement reichen für den Anfang.
Einsätze für Ausgelernte und Berufstätige
Und hier noch ein konkretes Angebot für alle, die sich und der Welt in nächster Zeit etwas Gutes tun wollen. Die Dresdner Hilfsorganoisation arche noVa arbeitet mit im "weltwärts"-Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) und sucht für mehrere Projekte im kommenden Jahr noch passende Teilnehmer. Eines der Ziele ist Madagaskar, der Aufenthalt dauert von April bis Dezember und es werden zwei Stellen im Bereich "Forst- und landwirtschaftliche Arbeit" und "Pädagogik" besetzt. Die Bewerber sollten auf jeden Fall Englisch- und Französischkenntnisse haben. Das Projekt dient der Wiederaufforstung des örtlichen Regenwaldes. Obwohl es zwei Deutsche sind, werden sie nicht zusammen wohnen. "Jeder soll die Kultur für sich erleben!" so Anja Steinbach, die Auslandsprojektbetreuerin von arche noVa. Die Teilnehmer werden zu Vorbereitungs-, Zwischen- und Nachbereitungsseminaren geschickt, diese finden dann in großen Städten und gemeinsam mit anderen Freiwilligen statt. Um Flug und Versicherung wird sich gekümmert, es gibt einen Mentor vor Ort und der Teilnehmer erhält sogar ein Taschengeld. Für einen Einsatz bei arche noVa sollte man zwischen 21 und 28 Jahren sein, eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und Sprachkenntnisse besitzen. Sachsen haben bei arche noVa Standortvorteil! Sonst braucht man Naturbewusstsein und Motivation, denn die Organisation möchte "auf Augenhöhe entwickeln und betreuen." Das Leben ist einfach, es gibt wenig Essenauswahl und man lebt in Hütten, aber mit Platz für Individualität. Arche noVa plant noch andere Projekte: In Indonesien startet Mitte des Jahres ein Einsatz zur Bewahrung der traditionellen Heilkunde. In Mexiko sollen einkommensschaffende Maßnahmen getroffen werden, dafür ist noch kein Starttermin bekannt. Auf der Homepage von arche noVa gibt es in Bälde weitere Informationen. Naben den bisher genannten existieren noch viele weitere Organisationen, wie zum Beispiel "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste". Auf weltwaerts.de findet man alle Entsendeorganisationen des BMZ und kann sich eingehender informieren. Ein paar Monate oder sogar Jahre im Ausland zu verleben ist also kein Problem - alle Varianten versprechen Abenteuer, Einblicke und Erfahrungsgewinn, auch wenn es manchmal nicht einfach ist, allein in der weiten Welt.
Sächsische Zeitung Sebnitz
12. Februar 2009
Von Maria Trixa
Viele Jobs und noch mehr Ferien
Nils Emmrich (26) war sieben Monate in Australien unterwegs. Nun will er anderen mit seinen Erfahrungen helfen.
Wellenreiten an weiten Stränden, mit dem klapprigen Kleinbus durch die Wüste, und wenn das Geld
ausgeht, einen neuen Job suchen. Ein lockeres Leben verspricht Australien ankommenden jungen Leuten
aus der ganzen Welt. "Genau das Richtige für mich", dachte sich auch Nils Emmrich vor zwei Jahren.
Eigentlich wollte der Dresdner lediglich ein Jahr mit dem Motorrad durch Asien touren. Dann, am Südzipfel
des Kontinents, ging ihm und seinem Kumpel das Geld aus, und "Australien war einfach näher als
Deutschland", erinnert sich Nils.
Schafkastrierer in Down Under
Die nächsten sieben Monate verbrachte der Weltenbummler auf dem ozeanischen Kontinent, umkurvte
großzügig die halbe Insel. Ohne Sprachkurs, ohne besondere Vorbereitungen. "Das Visum hab ich mir
relativ unkompliziert in Asien über das Internet besorgt", erklärt der 26-Jährige. Ozeanien, wie es im Slang
der Einheimischen gern und oft bezeichnet wird, hat sich auf junge, unabhängige Reisende eingestellt. Für
die 18- bis 30-Jährigen gibt es das Working-Holiday-Visum für zwölf Monate. "Das Land hat weltweit die
beste Infrastruktur für Backpacker", begründet Nils die Vorteile Australiens.
Zugleich wird in Down Under Englisch gesprochen, wenn auch mit charakteristischem Slang, der jeden
Australier sofort in einer Menschenmenge aus Briten oder Amerikanern enttarnt. "G-day" sei der typische
Willkommensgruß. Der professionelle Känguru-Entdecker geht einen Schritt weiter und hängt an möglichst
viele Sätze das Wort "mate" - Kumpel. "Abgesehen von diesem Slang halte ich einen vorbereitenden
Sprachkurs nur für notwendig, wenn jemand extrem schlechte Englischkenntnisse hat", erklärt Nils.
Nun ist nicht jeder so wagemutig, sich gleich nach dem ersehnten Schulabschluss allein auf einen fremden
Kontinent zu wagen. Auch wenn dieser von westlicher Kultur geprägt ist, stellte Nils fest. Zwischen der
Arbeit als Erntehelfer oder der Hilfe beim Schafe kastrieren - "Keine besonders angenehmer Erfahrung" -
traf er ständig auf neue, ebenso unternehmungslustige junge Leute. Viele waren mit einer großen Work-
and Travel-Organisation auf dem Kontinent gestrandet. Bis auf einen erheblich leichteren Geldbeutel fühlten
sie sich oft nicht besser vorbereitet als Nils nach seiner spontanen Entscheidung.
OZ Xperience wurde geboren. Vor seinem Motorradtrip hatte der Dresdner bereits ein Tourismusstudium in
Breitenbronn beendet, im vergangenen Oktober nutzte er dies und seine Erfahrungen in Down Under für die
Gründung einer kleineren, alternativen Work- and Travel-Agentur.
Infos aus erster Hand
Prinzipiell sei es möglich, auf eigene Faust zu reisen. Das ist das Motto des sympathischen Gründers.
Dennoch: Er bietet Infoveranstaltungen an, kostenlos für Schüler und Studenten. Vom Visum über das
benötigte Geld bis zur Frage des Gepäcks und der Jobangebote gibt es dann erste Tipps. Einen tieferen
Einblick möchte Nils Interessenten in einem Wochenend-Workshop gewähren. Ein erster Workshop sei Ende
April geplant. "Ich möchte nicht mehr als zehn Leute in einem Workshop unterbringen", erklärt Nils.
Zusätzlich bietet er eine deutschsprachige Begleitung für die ersten fünf Tage in Australien an. Das ganze
Paket soll 349 Euro kosten. Danach, sagt er, sei ein Neuankömmling bereits bestens eingewöhnt und mit
seinem ersten Job versorgt. "Der Rest kommt von ganz allein", weiß Nils.
Die nächste Infoveranstaltung ist am 21. Februar im Kuli-Lernzentrum Dresden um 14Uhr. Meldet euch per
E-Mail unter der E-Mail-Adresse info@ozxperience.de.
Weitere Infos unter www.ozxperience.de
Freie Presse Grimma
01. Februar 2009
rs
Weltenbummler macht in Grethen Station
Nach der Schule oder dem Studium den Rucksack packen und erst einmal Welt schnuppern - viele träumen davon. Mehr als 17000 Deutsch haben allein 2008 von der australischen Einwanderungsbehörde das sogenannte "Work and Holiday Visum" erhalten und wollen die Chance nutzen, das Land am anderen Ende der Welt näher kennenzulernen. In diesen Fragen kennt sich auch Nils Emmrich aus, der am 4. Februar im Grethener Naturfreundehaus erwartet wird. Der Dresdner, der mit Hausleiter Christian Wetzel befreundet ist, hatte sich von 2006 bis 2007 von der sächsischen Landeshauptstadt aus mit dem Motorrad zunächst in Richtung Vietnam aufgemacht und war am Ende in Australien "gestrandet". So lernte er auf seiner fast zweijährigen Weltreise genau, worauf es bei solchen Vorhaben zu achten gilt.
Seit seiner Rückkehr in die sächsische Heimat hat es sich der Weltenbummler zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen an andere Reiselustige weiterzugeben. Als Spezialist für "Work and Travel in Ozeanien", wie er sich selbst nennt, will er am 4. Februar im Naturfreundehaus in Grethen mit einem Vortrag allen Fernwehsüchtigen einen Überblick zu Themen wie Jobs, Unterkünfte, Transportmöglichkeiten und Gefahren in Australien vermitteln. "Ich freue mich auf das Wiedersehen" sagt Christian Wetzel, der den Weltenbummler nach Grethen eingeladen hat. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und ist für Schüler und Studenten kostenfrei. Um vorherige Anmeldung per unter Telefon 0351/3232367 wird gebeten.
Dresdner Neueste Nachrichten
23. Januar 2009
Von Gernot Grendel
Dem Mutigen gehört die Welt
Nils Emmrich reiste mit dem Motorrad durch Asien und Australien und gründete eine Firma, um "Work and Travel"-Interessenten zu beraten
Rote Wüsten, weiße Strände und tropische Regenwälder, skurril anmutende Tiere wie Känguru, Koalabär und Schnabeltier - das alles bietet Australien. Doch die Reise ans andere Ende der Welt ist sehr teuer. Mit dem Konzept des "Work and Travel" kann der Entdeckungslustige die Kosten allerdings in Grenzen halten. Er finanziert einfach einen Teil des Urlaubs, indem er im Reiseland auch arbeitet. Im Internet finden sich, neben jeder Menge anderer Anbieter für diese Art zu Reisen, seit September 2008 mit OZ Xperience auch ein Dresdner Unternehmen. "Wir haben uns gegründet als Pendant zu den anderen großen Work-and-Travel-Organisationen, um unabhängig, individuell und persönlich direkt aus Sachsen mit Tipps von erfahrenen Weltenbummlern Australienreisende beraten zu können." Inhaber Nils Emmrich, gerade mal 26 Jahre alt, kann man den erfahrenen Weltenbummler auf jedem Falle abnehmen. Nach dem Abschluss seines BWL Studiums und einer Arbeit im Business -Tourismus (vor allem ein Service für komfortorientierte Geschäftsleute), bei der ihm der Tourismus zwar gefiel, er dem Business aber weniger abgewinnen konnte, sattelte er im April 2006 gemeinsam mit einem Freund die Motorräder. Geplant war vorerst ein Ritt unter anderem durch Südosteuropa, Iran, Pakistan, Indien, Tibet, Nepal, Kambodscha, Laos und Vietnam. Ein knappes Jahr später, in Malaysia, hatten die beiden Extremmotorradfahrer über 20000 Kilometer zurückgelegt und ihre Ersparnisse aufgebraucht. Was tun? Die Lösung war: sich Geld zu borgen, weiter nach Australien fliegen und dort zu arbeiten. "Um die Schulden zu bezahlen habe ich anfangs, unerfahren wie ich war, furchtbare Jobs übernommen: Das Schrecklichste war zwölf Stunden am Tag auf einer Farm Bullen zu kastrieren", resümiert der Abenteurer. Ein dreiviertel Jahr blieb Emmrich in Down Under, reiste mit seiner 40 PS starken Yamaha XT durch den gesamten Kontinent, und finanzierte sein Abenteuer mit einer Vielzahl von Jobs. "Wenn man sparsam ist, sich ein Hostelzimmer mit mehreren Leuten teilt und selber kocht, kann man sich mit einem Monat Arbeit zwei Monate Herumreisen verdienen" lautet die Erfahrung Emmrichs. Abenteuer hat der junge Dresdner so einige erlebt: "OZ (gesprochen: Ou-Zie) wie die Australier ihr Land nach der Abkürzung Aussie auch nennen, beheimatet neben vielen giftigen Tierarten auch die gefürchteten Leistenkrokodile. Angst hatte ich, als ich einmal einen etwa 100 Meter breiten Fluss in krokodilgefährdeten Breiten durchqueren musste und das Motorrad nach wenigen Metern so tief im Wasser stand, dass der Motor absoff. Es dauerte eine Weile, bis ich dir Karre durchs Wasser geschoben hatte - ständig in der Erwartung, von einem Krokodil gepackt zu werden." Über 40000 Kilometer zeigte der Tacho seines Bikes an, als der Weltenbummler 2007 ein Flugzeug bestieg und nach Dresden zurückflog. Mit gleichgesinnten überlegte der Abenteurer hier, wie sie gemeinsam in der sächsischen Heimat das erworbenes Reisewissen zum Beruf machen könnten. Ausschlaggebend für die Gründung von OZ Experience war die gemeinsame Erfahrung, dass man mit Expertenwissen über ein Reiseland viel Zeit und Geld sparen kann. Ein überteuerter Flug, eine zu hohe Krankenversicherung oder ein nicht gefundener oder schlecht bezahlter Job können richtig ins Geld gehen.
Viele "Work and Travel"-Reisende sind mit ihren Agenturen unzufrieden. Ein Hauptkritikpunkt ist, dass sie teuer sind und in Australien kaum etwas leisten. Hostels und Jobs müssen sich, in der Regel, die Traveler selbst suchen. "Ich habe 1800 Euro für eine Betreuung durch eine große ‚Work and Travel' Agentur für meine fünf monatige Australienreise bezahlt, die mir aber so gut wie nicht geholfen haben" empört sich beispielsweise die Radebeulerin Julia Schweitzer. Die Weltreisenden mit dem selbstgetesteten Erfahrungsschatz haben nach eigenen Angaben mit 399 Euro einen günstigeren Service als die meisten Konkurrenten und bieten außerdem an, die Reisenden in den ersten fünf Tagen auf dem Kontinent durch deutschstämmige Guides, die schon ein Jahr Work and Travel hinter sich haben, rundherum betreuen zu lassen. Emmrich ist aber ehrlich: "Wenn ihr es euch zutraut und viel Zeit zur Vorbereitung habt und euer Englisch gut ist, da besonders auf dem Land ein starker Dialekt gesprochen wird, dann könnt ihr euch auch allein ins Flugzeug setzen und ins mythenbehaftete Down Under fliegen."
Sächsische Zeitung Dresden
22. Januar 2009
Von Andreas Rentsch
Dresdner gibt Starthilfe am anderen Ende der Welt
Mit Oz Xperience hilft Nils Emmrich jungen Leuten, die in Australien arbeiten und reisen möchten. Der 26-Jährige war 2007 selbst "Down Under" unterwegs.
Wem in Australien das Geld fürs Reisen ausgeht, der sollte nicht allzu wählerisch sein. Kisten stapeln im Lager, Avocados pflücken auf einer Plantage, Kellnern in einer Bar, beim Kastrieren von Rindern helfen auf einer Farm - all das hat Nils Emmrich vor zwei Jahren gemacht, als sein Portemonnaie leer war. Der 26-Jährige lacht. "Das Übliche halt." Gelohnt habe sich die Plackerei ja doch. Immerhin konnte er danach ein halbes Jahr lang den Roten Kontinent erkunden. 20000 Kilometer hat er auf seiner Yamaha zurückgelegt. Seine Erfahrungen verwertet der diplomierte Betriebswirt jetzt als Existenzgründer. Im Oktober 2008 hat er Oz Xperience ins Leben gerufen - eine Dresdner Agentur, die junge Weltenbummler berät und bei Formalitäten für Visum, Versicherungen oder Jobs hilft. Im ersten vollen Geschäftsjahr will Emmrich 50 bis 100 Kunden gewinnen, danach jeweils 150 per annum. "Das Potenzial ist auf jeden Fall da", sagt er, "jetzt kommt es erst einmal darauf an, mein Angebot bekannt zu machen." Dominiert wird der Markt von weltweit aktiven Anbietern wie EF, Travelworks oder American Institut for Foreign Study (AIFS). Einige von ihnen sind am Wochenende auf der "KarriereStart"-Messe in Dresden vertreten. Nicht immer seien deren Paketlösungen - zum Beispiel inklusive Flug - das Geld wert, findet Nils Emmrich. Ihm schwebt anderes vor: individuellere und weniger von kommerziellen Interessen geleitete Beratung, dazu eine persönliche Rundum-Betreuung in den ersten fünf Tagen nach Ankunft "Down Under". Wo beantragt man eine Steuernummer? Wie meldet man ein Handy an? Solche Fragen soll Oz Xperience besser und schneller beantworten. Und dennoch günstiger sein: Den zweitägigen Workshop "Ready for Oz" (was soviel heißt wie "Startklar für Australien") inklusive der späteren Betreuung vor Ort kostet derzeit 349, ab Mitte Februar 399 Euro. Dass der Wirtschaft des fünften Kontinents in Zeiten globaler Konjunkturkrisen die Jobs ausgehen, glaubt Emmrich derzeit nicht. Zu groß sei der Bedarf an Erntehelfern oder Servicekräften in der Gastronomie. Wer am richtigen Ort den Fuß in die Tür bekommt, kann zudem noch gutes Geld verdienen. "Ich habe bei meiner Tour einen Typen kennengelernt, der für Bergbauarbeiter einer Mine gekocht hat. Der verdiente mehrere Tausend Dollar pro Woche." Selbst wenn der gebürtige Dresdner und sein fünfköpfiges Team solche Jobs nicht vermitteln können, haben sie für ihre Kunden andere wertvolle Tipps auf Lager. Notfalls halten sie deren Eltern auf dem Laufenden, falls es über Wochen hinweg kein Lebenszeichen mehr vom Nachwuchs gegeben hat. Emmrich selbst will künftig ein- bis zweimal pro Jahr nach Australien fliegen, um bestehende Kontakte zu pflegen und neue aufzubauen. "Ich hoffe, dass es dann nicht nur bei zwei oder drei Tagen bleibt." Noch kann der Tourismusfachmann von den Erinnerungen an die eigenen Abenteuer des Jahres 2007 zehren. Damals, im Northern Territory, geriet manche tiefere Wasserdurchfahrt zum Nervenkitzel. "Ich habe dann immer geschaut, ob irgendwo ein Baumstamm treibt." Dann lohnte meist ein zweiter Blick. Es hätte genauso gut ein Krokodil sein können.
Öffentliche Info-Veranstaltung am 3. Februar, 16.30 Uhr im Dresdner Bärenzwinger. Um Voranmeldung wird gebeten: 3232367. www.ozxperience.de